Pfarrer & Chorleiter Stefan Fröhlich:

Die Ursprünge der Gospelmusik

"...In den Spirituals sangen die Sklaven auf den Baumwollplantagen der USA ihre Not hinaus – drückten so ihre Hoffnung aus, dass Gott im Himmel einen Ausgleich für die erlittene Ungerechtigkeit schaffen wird. Der gleiche tiefe Glaube findet im Gospel seinen Ausdruck, nur dass die Jenseits-Sehnsucht um die Gute Nachricht (=Gospel) ergänzt wird, dass Gott schon jetzt und hier ein lohnendes Leben möglich macht. Jesus Christus, der durch sein Leben, Sterben und Auferstehen den Weg zu Gott frei gemacht hat, wird im Gospel gelobt und angebetet (= Worship) ..."

 

Contemporary Black Gospel

Unter diesem Begriff, übersetzt als "zeitgenössischer Gospel", wird die Musik zusammengefasst, die sich seit den 80er Jahren entwickelt hat. Im wesentlichen bewegt sie sich in einem Dreieck aus kompositorischer Avantgarde (z.B. Kirk Franklin, Richard Smallwood), großstädtischen Funk- und Pop-Einflüssen (The Commissioned), und mächtigem Mass-Choir-Sound (z.B. Chicago Mass Choir).

Diese Musik - mit Ausnahme des extrem poppigen Bereichs - wird zur Zeit in den schwarzen Kirchen der vereinigten Staaten im Gottesdienst eingesetzt und aktiv weiterentwickelt. Während ein Teil dieser Musik also Pop-Einflüsse aufnimmt und damit durchaus die Skepsis konservativer Gläubiger erntet, macht sich ein anderer Teil dieser Musik auf, wieder die führende Kraft schwarzer Musik insgesamt zu werden.

Quelle: http://www.gospel-szene.de

Gospel in Europa

Die Verbreitung der Gospelmusik in Europa hat eine ihrer Wurzeln in Schweden. Im Juni 1966 sang der "First Church of Deliverance Choir" aus Chicago auf einer Bibel-Konferenz. Viele Besucher hörten zum ersten Mal in ihrem Leben einen schwarzen Gospelchor. Einer von ihnen war Lars Mörlid.

Er beschreibt seinen Eindruck folgendermaßen:

"It was not only the rhythm but the presence of the words, the music and the sense of true praise and worship."

Quelle: http://www.berlin-gospel-web.de - Barbara Hoeft